Oft wird in der totalen Überwachung von potentiellen Kriminellen ein Allheilmittel gesehen. Dies ist ein fataler Trugschluss und kann sogar zum Nutzen der Kriminellen sein. Es kommt auch vor, dass unschuldige Menschen überwacht werden nur weil sie in ein Profil passen. Profiling beruht immer nur auf Wahrscheinlichkeiten. Deshalb können gängige Profilingmuster auch manipuliert werden und es ist teilweise sogar möglich die Ermittlungen zu beeinflussen und im schlimmsten Fall einen Unschuldigen ins Visier von Ermittlern zu bringen. Folgende Methoden haben sich in kriminellen Kreisen als effektiv erwiesen:
* Vortäuschen von Handlungen und Kriminaldelikten um die Ermittlungen zu beeinflussen
Ein Krimineller kann so tun, als ob er gewissen Netzwerke oder Personen angreift bzw. Informationen mit ihnen austauscht. Die Ermittler verfolgen diese Spuren und haben einen großen Aufwand zwischen wahren und falschen Spuren zu unterscheiden. Die Manipulations-Systeme, welche sich ein Krimineller ausdenkt können je nach krimineller Intelligenz enorm komplex sein. Der Kriminelle hat zudem den Vorteil, dass er sein System und alle Einzelheiten kennt und die Ermitler erst durch Aufwändige Analysen den Sinn hinter diesen Handlungen festellen müssen.
* Miteinbeziehen von Personen, welche mit den Taten von Kriminellen nichts zu tun haben
Zum Beispiel durch Identitätsdiebstahl oder durch Aufhalten in anderen kriminellen Kreisen um Verwirrung zu stiften. Verwenden von bestimmten Codierungen in Kleidung, Sprache und Verhalten, welche in kriminellen Kreisen üblich sind.
* Überwachen und aufspüren von Ermitlern durch deren Tätigkeiten
Ein Krimineller kann zum Beispiel ein Computernetzwerk einrichten, welches falsche Daten und Informationen enthält, Weiters ist es auch möglich Honeypots zu verwenden um die Identität der Ermitler festzustellen.
Zusammengefasst: Die gleichen Methoden welche Ermittler anwenden können auch von Kriminellen verwendet werden. Sie kämpfen mit den gleichen Methoden gegeneinander. Der Ermittler hat den Nachteil, dass er sich an das Gesetz halten muss. Die meisten Informationen, welche durch Ermittlungen gewonnen werden dürfen nicht vor Gericht verwendet werden. Was kann ein Ermittler tun, um nicht in zu große Verwirrung zu geraten?
* Sich an die Fakten und Tatsachen halten und nicht jeder Spur nachgehen
* Mutmaßungen und Profiling-Analysen niemals absolut setzen
* Davon ausgehen, dass der zu überwachende Unschuldig ist, bis ein forensischer Beweis vorliegt
Sonst ist der Ermittler gefährdet, sich in einem Gemisch aus Mutmaßungen, Hypothesen und Profiling-Analysen zu verlieren.
Es ist auch möglich, dass ein Krimineller sein eigenes Profil und Erscheinungsbild je nach Situation ändert. In der Praxis wird ein Profil erstellt und eine Person ausgesucht, welche dem kriminellen sympathisch erscheinen lässt. Dieser wird zu seiner Vertrauensperson um an verborgene Informationen zu gelangen. Was ist, wenn der kriminelle eine Identität nur vorgetäuscht hat, oder seine Ientitäten sich andauernd ändern? Der Kriminelle besitzt dann geheime Informationen und die Identität des Ermittlers, wenn es zu einem persönlichen Kontakt kommt. Aus diesen und zahlreichen anderen Informationen kann sich der Kriminelle ein gutes Bild über den derzeitigen Stand der Ermittlungen machen. Er kann auch berechnen wann es günstig ist eine Tat durchzuführen und welches Risiko damit verbunden ist. Dies ist nur ein Beispiel von hunderten, welches auch in der Praxis verwendet wird.
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